Buskalender Büsing D2U 2027

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Ein Stück Berliner Lebensgefühl auf zwei Etagen.

In den 1960er Jahren war Berlin eine geteilte Stadt, doch auf den Straßen West-Berlins gab es eine Konstante, die das Stadtbild prägte wie kaum etwas anderes: Der Büssing D2U.

Mit seinem charakteristischen Schnurren des Unterflurmotors und dem markanten Aufbau war dieser Doppeldecker der unangefochtene König des Asphalts.

Das Besondere am D2U war sein Heck. Es gab keine Türen, nur eine offene Einstiegsplattform. Während der Bus bereits anfuhr, sprangen geübte Berliner mit einem kühnen Satz auf das Trittbrett wo man während der Fahrt den Wind spüren konnte.

Gleich rechts sitzt der Schaffner an seinem festen Platz. Er ist der Herrscher über den Unterstock. Mit flinken Fingern bedient er das mechanische TIM-Gerät, das mit einem hellen Pling die Fahrkarte ausspuckt.
„Janz durchloofen, die Herrschaften!“, ruft er mit Berliner Schnauze, während er im Takt der Fahrt mitschwingt.

Die schmale, gewundene Treppe führt in das Allerheiligste: das Oberdeck.

Hier oben, direkt hinter der großen Panoramascheibe, mit einer fantastischen Aussicht auf das Berlin der 60er Jahre, fühlte man sich, wie der Kapitän der Landstraße. 

Für die Berliner war der Büssing D2U mehr als nur ein Transportmittel.

In einer Stadt, die von einer Mauer umgeben war, verkörperte dieser Bus Modernität und Beständigkeit. Er verband die Kieze, vom Wedding bis nach Zehlendorf,

und bot für den Preis eines Fahrscheins eine tägliche Stadtrundfahrt durch das pulsierende Herz des Westens.

Während andere Busse damals einen riesigen Motorturm im Innenraum oder eine „Schnauze“ vor der Windschutzscheibe hatten, war der Motor beim D2U liegend zwischenden Achsen verbaut.

Durch die Montage unter dem Fußboden konnte die gesamte Fahrzeuglänge für Fahrgäste genutzt werden. Der tiefe Schwerpunkt sorgte für eine erstaunlich stabile Straßenlage, trotz der beachtlichen Höhe des Doppeldeckers.

Das schuf Platz für bis zu 95 Personen.

Der 150 PS starke Sechszylinder-Diesel (Typ U10) erzeugte dieses unverwechselbare, tiefe Grollen, das eher von unten als von vorne kam.

Die Linie 1 – Das „Schlachtschiff“ vom Zoo

Wenn wir über eine ikonische Strecke sprechen, führt kein Weg an der Linie 1 vorbei.

Sie war die Lebensader des Westens:

Vom Bahnhof Zoo ging es über den glitzernden Kurfürstendamm, vorbei an den schicken Cafés und Kinos, bis tief hinein nach Kreuzberg. Im D2U auf der Linie 1 zu sitzen, bedeutete, den krassen Kontrast zwischen dem Pelzmantel-Publikum am Adenauerplatz und den Arbeitern am Kottbusser Tor hautnah mitzuerleben.

Ob für „Schultheiss Bier“, „Persil“ oder „Miele“ – die bunten Werbebanner gehörten fest zum Erscheinungsbild dieser Busse im Berliner Stadtbild.  Besonders spektakulär war die Fahrt am Abend: Wenn die Neonreklamen des Ku’damms sich in den Scheiben des Oberdecks spiegelten und der Schaffner unten unermüdlich die Kurbel seines Ticketdruckers drehte, war das Berlin-Gefühl perfekt.